Meister Funakoshi demonstriert die Technik "Enpi"

Gichin Funakoshi und der Shotokan-Stil

Der Ursprung des Karate-Do liegt in Okinawa, dort hatten im Lauf der Zeit die Leibwächter des Königs von  Okinawa aus chinesischen Einflüssen vielfältige Techniken zur unbewaffneten Selbstverteidigung entwickelt.

Okinawa und sein Herrscherhaus waren aufgrund der exponierten geographischen Lage zwischen China und Japan vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt. Seit 1609 wurde Okinawa von dem aus Kyushu, Südjapan, eingefallenen Clan der Satsuma beherrscht, welche die Landbevölkerung und die herrschende Klasse ihrer Willkür aussetzten.

 

Gichin Funakoshi lehrt Kata Heian Nidan (1920er Jahre, Tokio)

Meister Funakoshi (1868-1957) wurde in Shuri, der damaligen Hauptstadt des Königreichs Okinawa geboren. Sein Geburtsjahr markierte zugleich einen grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Wandel, da 1868 mit der Thronbesteigung des Kaiser Meiji in Japan ein Prozeß angestoßen wurde, der eine 200 jährige Isolation des japanischen Inselreichs beendete und letzlich dazu führte, daß das bis dato nur unter japanischer Verwaltung stehende Königreich Okinawa als Präfektur Japans „eingemeindet“ wurde.

 

Funakoshi begann sein Karatetraining etwa im Alter von zwölf Jahren zunächst bei Meister Asato (ca. 1828-1906), schließlich bei Meister Itosu (ca. 1830-1916).

Asato und Itosu wiederrum hatten bis zum Ende des Königreich Okinawa als Sekretäre und Leibwächter für die okinawanischen Könige gearbeitet und Karate von Matsumura Sokon (ca. 1809-1890 genaue Lebensdaten letzlich unklar) gelernt.  Matsumura Sokon hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Karate, mehrere Kata sollen von ihm entwickelt worden sein.

Meister Funakoshi demonstriert Technik aus der Kata Kanku dai.

Gichin Funakoshi arbeitete bis als Volksschullehrer auf Okinawa. Möglicherweise beeinflusst durch den Tod seines Lehrer Itosu verlies er auf Bitten von Professor Jigoro Kano, dem Begründer des modernen Judo, seine Heimat Richtung Tokio.

Dort sorgte er ab 1921 für die Anerkennung und Verbreitung der spezifisch okinawanischen Kunst des Karate in der japanischen Gesellschaft.

Im Laufe eines langen arbeitsreichen Lebens wurde durch ihn und seine Schüler der Shotokan-Stil als sein pädagogisches Konzept entwickelt, auch wenn er selbst ein Denken in Stilen stets ablehnte und die Einheit des Karate-Do betonte.

Meister Gichin Funakoshi verstarb am 26.04.1957. Sein Grab befindet sich im Engakuji-Tempel in Kamakura. Es trägt die Inschrift, welche der alte Meister stets als zentrales Kaisetsu (Lehrspruch) des Karate auffasste: „Karate ni sente nashi“ (Es gibt keinen ersten Angriff im Karate).

Weite Stände, tiefe Stellungen: Gigo Funakoshi (rechts im Bild, 1906-1945, Sohn von Gichin Funakoshi) und Shigeru Egami (1912-1981) demonstrieren Bunkai von Tekki Shodan.
"Auch meine Frau praktiziert Karate" schrieb Gichin Funakoshi in seiner Autobiographie stolz. Der alte Meister befürwortete stets Karatetraining für Frauen. (Bild aus Funakoshis Dojo in Tokio, Funakoshis Frau ist nicht abgebildet).

Shotokan Karate in Hannover

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